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[Ausrüstung - Der Anzug]
Der Neoprenanzug ist die zweite Haut eines Tauchers und ist deshalb genauso wichtig wie die Luft zum Atmen. Daher gibt es neben dem Grundwissen in den Kategorien Funktionalität und Passform einige Punkte, die Ihr beachten solltet.
Grundwissen: Es gibt drei Arten von Tauchanzügen, wobei nur zwei für Anfänger in Frage kommen. Die Nass- und Halbtrockenanzüge sind zum Erlernen des Tauchsports besser geeignet als der Trockenanzug, hier sollte man bei der Handhabung und dem Tarieren schon etwas geübter sein.
Nasstauchanzüge bestehen aus geblähtem Neopren, einem gummiartigen Material mit Gaseinschlüssen. Gase besitzen eine weitaus geringere Wärmeleitfähigkeit als Wasser. Daraus resultiert allgemein die positive Eigenschaft der Wärmedämmung. Nasstauchanzüge können unterschiedliche Oberflächen haben. Entweder sind sie glatt, gerastert oder mit einer Nylon- oder Lycra-Kaschierung versehen. Wie der Name schon sagt, dringt in diese Anzüge Wasser ein. Je nach Anzugschnitt und Passform entsteht so eine unterschiedlich dünne Wasserschicht zwischen Haut und Neopren. Findet auf Grund einer schlechten Passform ein ständiger Wasseraustausch statt, wird dem Körper direkt Wärme entzogen. Nasstauchanzüge haben den Vorteil, dass man einen „direkteren“ Kontakt zum Wasser hat, man fühlt sich wie ein Fisch im Wasser.
Halbtrockenanzüge sind eine Mischform aus Nass- und Trockentauchanzug. Wie der Trockenanzug hat er an den Ärmeln, an den Füßen und am Hals Dichtmanschetten, die das Eindringen von Wasser, aber auch die Wasserzirkulation im Anzug weitgehend verhindern. Sie haben einen wasserdichten, mitunter sogar einen gasdichten Reißverschluss am Rücken. Die Wärmeisolierung wird wie beim Nasstauchanzug beinahe ausschließlich vom Neopren übernommen. Der Vorteil liegt darin, dass eine bessere Wärmeisolierung gegenüber dem Nasstauchanzug durch die Vermeidung des Wasseraustauschs erreicht wird. So sind halbtrockene Anzüge besser zum Kaltwasser- bzw. sogar Eistauchen geeignet.
Passform: Die Größe solltet Ihr so wählen, dass der Anzug eng anliegt, aber er darf Euch nicht in der Bewegungsfreiheit einschränken. Er sollte also aus weichem, dehnbarem und flexiblem Neopren gefertigt sein. Liegt ein Anzug an einer Stelle nicht auf, sprich zwischen Haut und Anzug befindet sich ein regelrechter Hohlraum, führt dies unweigerlich dazu, dass der Taucher während des Tauchgangs auskühlt. Das kalte Wasser kann so in den Neoprenanzug eindringen und auf Grund der Zirkulation das vom Körper im Anzug erwärmte Wasser hinaus befördern. Daher gilt: Vor dem Kauf unbedingt den Anzug anprobieren, vielleicht sogar mit ihm Probetauchen! Ob der Neoprenanzug im Oberkörperbereich nicht zu eng ist, lässt sich übrigens leicht feststellen: bei angezogenem Anzug und geöffnetem Reißverschluss darf zwischen den Reißverschlussnähten maximal eine Handbreit Freiraum sein. Ist der Raum größer, ist der Neoprenanzug zu eng. Darüber hinaus darf der Anzug an den Arm- und Beinmanschetten nicht zu eng sein und einschnüren.
Isolation: Da wir hier in unseren heimischen Gewässern eigentlich immer Kaltwassertauchen durchführen, empfehlen wir eine Neoprenstärke von mindestens 5mm. In warmen Sommern ist diese Stärke meist ausreichend, in den kühleren Jahreszeiten benötigt man zusätzlich eine Eisweste. Die Anzüge sind erhältlich in Stärken bis zu 9mm.
Ein unterlegter Reißverschluss ist nie verkehrt. Dabei spielt es keine Rolle, ob Untertritt oder „Latz“ zum Schutz verwendet werden.
Dann sollte im Halsbereich der Anzug eng anliegen und am besten zusätzlich noch durch eine abschließende Manschette aus Glattneopren ergänzt sein. Das gleiche gilt bei den Bein- und Armmanschetten, auch hier sollten Manschetten aus Glattneopren vorhanden sein. Die Reißverschlüsse über den Manschetten sind keine Notwendigkeit, machen aber das Anziehen mitunter leichter.
Stark beanspruchte Bereiche des Anzuges wie die Kniezonen sollten durch robuste und flexible Kniepads ausreichend geschützt sein.






